Läuferbericht Brixen Dolomiten Marathon 2014 von Klaus Duwe

Erstens kommt es anders …

… und zweitens als man denkt. Diese Redensart passt gut zu der kleinen Geschichte, die euch erzählen möchte.

rungger-thaler-sieger-2014Man sieht sie immer häufiger auch bei kleinen Veranstaltungen:  Läuferinnen und Läufer aus Ostafrika. Zuletzt jetzt beim Brixen Dolomiten Marathon. In diesem Fall war es sogar einer aus der ersten Liga: Petro Mamu aus Eritrea, Berglaufweltmeister (Kurzdistanz) und letztes Jahr Zweiter beim Jungfrau Marathon (vor Viktor Röthlin). Natürlich war sich der Weltklassemann sicher, am Ende gegen die angetretene regionale Elite siegreich zu sein. Also verzichtete er auf ein Briefing und auf die Besichtigung der Strecke.

Auch Hannes Rungger, Sohn der Südtiroler Lauflegende Albert Rungger, rechnete sich gegen den Weltmeister keine Chancen aus. Im Gegensatz zu dem kennt er aber die Strecke in- und auswendig.

Petro Mamu bestimmt das Tempo, Hannes Rungger macht da nicht mit, sondern läuft sein eigenes Rennen. Zeitweise liegt er nur auf dem fünften Platz, bei km 32 kurz vor Kreuztal ist er aber Zweiter, nur eine Minute hinter dem Weltklasseläufer. Er wittert seine Chance. Spätestens auf dem alpinen Stück zwischen Ochsenalm und Plosegipfel könnte es zur Entscheidung kommen.  Aber Hannes Rungger hat den Mann aus Eritrea schon vorher ein- und überholt und gewinnt mit zweieinhalb Minuten Vorsprung. Eine echte Sensation. Beide können es nicht fassen: Hannes Rungger nicht sein Glück, Petro Mamu nicht seine Niederlage.

Was uns das lehrt? Immer Respekt haben vor der Strecke und vor dem Gegner. Aber wem  sag’ ich das.

Viele Bilder und Berichte vom Brixen Dolomiten Marathon findet ihr auf Marathon4you.de und auf Trailrunning.de.

Keep on running,

Euer Klaus