Monika Niederstätter

niederstaetter-monikaMonika Niederstätter, Jahrgang 1974, war eine international erfolgreiche 400m-Hürdenläuferin. Sie nahm an 2 Europameisterschaften (1998 und 2002), 4 Weltmeisterschaften (1999, 2001, 2003, 2005) und 2 Olympischen Spielen (2000 in Sydney und 2004 in Athen) teil. Sie war zudem Inhaberin des Italienrekordes über 400m Hürden (55.10 sec.) und mehrfache Italienmeisterin.
Neben ihrer sportlichen Laufbahn studierte Monika in Innsbruck Psychologie und schloss ihr Studium mit der Diplomarbeit zum sportpsychologischen Thema: „Vorwettkampfstress und dessen Bewältigung in den leichtathletischen Laufdisziplinen“, ab. Durch ihre Diplomarbeit wurde ihr Interesse an der Sportpsychologie geweckt. Die Auseinandersetzung mit sportpsychologischen Fragestellungen hat sich auf ihre sportlichen Leistungen positiv ausgewirkt. So absolvierte sie noch eine Zusatzausbildung in „Sportpsychologie und Mentaltraining“.
Monika konnte somit die Kombination aus ihrer Leidenschaft, dem Sport, und ihrer Ausbildung, der Psychologie, zu ihrem Beruf machen und arbeitet als Sportpsychologin u.a. an der Sportoberschule Mals.
Monika ist 3-fache Mutter und lebt mit ihrer Familie in Meran.

Wie kann ich mich im Training und im Wettkampf am besten selbst motivieren?
Die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die einen großen Einfluss auf sportlichen Erfolg hat. Die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Selbstmotivation ist die Freude am Sport. Positive Selbstgespräche, die im Training eingeübt und automatisiert werden, stellen ein wichtiges Instrument zur Selbstmotivation dar. Unmittelbar mit der Motivation verbunden ist die Zielsetzung: vorgenommene Ziele werden als Herausforderung gesehen, sind realistisch und erzeugen eine gewisse positive Spannung. Ohne angemessene Zielsetzung ist ein Athlet entweder über- oder unterfordert. Es ist wichtig, sich bedeutungsvolle, langfristige Ziele zu setzen. Diese langfristigen Ziele werden durch realistisch gesteckte mittelfristige Zwischenziele realisiert. Zu guter Letzt gehört zur Zielsetzung auch die Planung kurzfristiger, täglicher Ziele. Der Weg zum Ziel wird nun in regelmäßigen Abständen betrachtet. Der Athlet setzt sich eine Frist, wann er dieses Ziel erreichen will. Außerdem ist es wichtig, tagtäglich Protokoll über seine Erfolge zu führen.
Für die Selbstmotivation ist es zudem hilfreich, sich viel in der Gegenwart von hochmotivierten Läufern aufzuhalten und Sportler zu meiden, die unmotiviert sind.
Ein „Motivationslied“ kann in kritischen Situationen oft Wunder bewirken.
Am allerwichtigsten ist es aber, den Sport als Spaß zu betrachten.
Als ich 1999 bei meiner 1. Weltmeisterschaft in Sevilla mich vor Aufregung und Nervosität fast übergeben musste, sagte ein Journalist zu mir: „Lo sport é un gioco“ und ab diesem Moment, wurde dieser Satz zu meinem Credo und hat mir in schwierigen Momenten oft geholfen.