Mitterhofer Alex

mitterhofer-alexAkademischer Werdegang:
1. Studium der Medizin: Universitätsklinik Innsbruck, Promotion zum Dr. der gesamten Heilkunde 1990,
Abschluß der Facharztausbildung im Sonderfach Physikalische Medizin in Wien im Jahr 2001
Abschluß der Facharztausbildung im Sonderfach Sportmedizin an der Universitätsklinik von Verona 2006
3. Oberarzt: Oberarzt an der Abteilung für Phsikalische Medizin und Rehabilitation des Krankenhauses Bruneck bis 2002
4. Leitender Oberarzt: an der Abteilung für Sportmedizin des Krankenhauses Bruneck bis dato.

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte:
1. Durchführung von Eignungsuntersuchungen für Wettkampfsport
2. Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen für Breitensportler
2. Leistungsdiagnostik und Trainingsberatung
3. Sportorthopädie/Rheumatologie
4. Beratende Funktion für Schulen, öffentliche Sportvereine und Athleten mit Behinderung, Durchführung von Dopingkontrollen und Beratungen zum Thema Sport und Doping
5. Mitglied der Ärztekommission des italienischen Wintersportverbandes (FISI) und Betreuung der Biathlonnationalmannschaft, Verbandsarzt der internationalen Radsportunion (UCI) und Betreuung des Südtiroler Landeskaders für Mountainbike

Fragen an den Facharzt:
1.Was ist für den Organismus anstrengender Berglauf oder Läufe im flachen Gelände? 

Für den Stoffwechsel und das Herzkreislaufsystem sind Bergläufe um ein vielfaches anstrengender, entsprechend ist auch der Energieverbrauch und Bedarf höher.
Der Grund ist der, dass bei Läufen im flachen Gelände die Muskelarbeit durch elastische Federmechanismen des Fascien und Bandapparates unterstützt wird; das Körpergewicht fällt weniger in die Waagschale, da die Körpermasse, wenn sie einmal in Beschleunigung eine geringere Energie braucht eine gewisse Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten. Durch eine gute Technik kann man beim Laufen im Flachen viel Energie sparen.
Beim Berglauf kommen diese Federmechanismen durch die verkürzte Flugphase viel weniger zum tragen; bei jedem Schritt muss fast die gesamte Körpermasse immer von neuem gegen die Schwerkraft beschleunigt werden.

2. Hat beim Berglaufen im alpinen Gelände die Meereshöhe einen Einfluss auf die Leistung?
Die Antwort lautet „Ja“
Bergläufe spielen sich in der Regel in mittleren Höhenlagen ab. Mittlere Höhenlage wird eine Seehöhe von 1.500 m bis 2.500 m bezeichnet. Ab 1.500 m Seehöhe kommt es bedingt durch den verminderten Sauerstoffpartialdruck nachweislich zu einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Bei 2.500 m Seehöhe ist die Ausdauerleistungsfähigkeit bereits um 5% reduziert, was dem Bergwanderer kaum auffällt, im Wettkampfsport allerdings deutlich spürbar ist.
Ob eine vorangehende Höhenanpassung (Stichwort Höhentraining) oder ein sogenanntes Hypoxi- Training diese Leistungseinbuße vermindern kann, ist immer noch Gegenstand der Forschung, vieles spricht dafür, dass es Vorteile bringen kann.

3. Was ist belastender für die Gelenke Berglauf oder Läufe im flachen Gelände?
Bergläufe sind eindeutig weniger belastend für die Gelenke.
Bei Bergläufen ist die Flugphase viel kürzer, das bedeutet der Aufprall fällt deutlich abgemildert aus, außerdem ist der Bewegungsablauf weniger monoton. Selbst Bergablaufen ist viel weniger belastend als gemeinhin angenommen. Die Rechnungen mit dem vielfachen des Körpergewichts, das beim Bergablaufen auf den Gelenken lastet, stimmen nicht, da der Aufprall ja progressiv abgefedert wird, Voraussetzung dafür ist natürlich eine gute Technik.

4. Ist es sinnvoll beim Berglauf auf die Trainingsherzfrequenz zu achten?
Natürlich, gerade beim Berglauf ist die Belastungsherzfrequenz eine der wenigen objektivierbaren Parameter, die mir Informationen über das Energieversorgende System im Körper liefert. Die Kilometerzeiten, die bei Läufen im Flachen häufig zur Trainingssteuerung benutzt werden sind ja nicht verwertbar. Ein gutes Körpergefühl ist allerdings weder durch Kilometerzeiten noch durch Pulsuhren zu ersetzen. Das Problem dabei ist allerdings, dass es Jahre und Jahrzehnte an Trainingserfahrung braucht dieses Körpergefühl zu entwickeln Die Herzfrequenz ist als nützliche Zusatzinformation zu verstehen.