Gerd Locher

gerd-locherGerd Locher, Jahrgang 1975, Vater von 3 Kindern, ist diplomierter Ernährungswissenschaftler und leidenschaftlicher Sportler. Nach Fußball in der Jugend und erfolgreicher Handballkarriere hat es ihn erst nach den Studienjahren, in denen er sich ausgiebig mit Leistungsphysiologie und sportartgerechter Ernährung befasst hat, zum Thema Ausdauer hingezogen. In Südtirol wieder angekommen, hat er mit Ausdauersportarten wie Marathonlauf, Mountainbike und Skitouren begonnen, um sein theoretisches Wissen an sich selbst in der Praxis zu prüfen.

Gerd, welche Ernährungstipps kannst Du den Teilnehmer/Innen des Brixen Dolomiten Marathons mit auf den Weg geben?
Ein Bergmarathon wie der in Brixen, mit 2.340 zu bewältigenden Höhenmetern, ist eine Riesenherausforderung für jede/n. Der Schlüssel im Erfolg liegt im einwandfreien Funktionieren des Fettstoffwechsels. Das kann trainiert werden, indem lange, auch anstrengendere Umfänge unter Abstinenz von Energiezufuhr (Zucker oder Kohlenhydrate) geübt werden. Bis zum Rennen hin, sollten die Kohlenhydratspeicher gefüllt sein. Dafür reichen 2 bis 3 volle Tage aus, wo schwerpunktmäßig kohlenhydratreiche Lebensmittel (Nudel, Brot, Reis, Getreide generell, Kartoffel, auch Pizza) mit eiweißhaltigen Speisen, wie Fisch, Eier, magerer Käse oder Fleisch kombiniert werden. Wer es regelmäßig macht, kann auch noch Linsen oder Bohnen konsumieren. Am Abend und zum Frühstück vor dem Rennen sollte dem individuellen Gefühl nachgegangen werden, aber leicht verdaulich soll es sein. Also keine Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte mehr. Persönlich schwöre ich auf Hühnerfleisch oder Fisch mit etwas Kartoffeln und gegartem Gemüse am Abend. Das habe ich den Kenianern abgeschaut. Zum Frühstück Weißbrot mit etwas Butter und Marmelade oder Honig. Dazu gönne ich mir etwas Naturjoghurt mit löslichen Haferflocken, Banane und etwas Beerenobst. Zum Trinken gibt es Johannesbeerensaft. Was ich beim Rennen esse und trinke, hängt vom Trainingszustand, absehbarer Laufzeit und äußeren Faktoren ab. Wichtig ist, dass es nicht zur Hungerrast oder starkem Durstgefühl kommt. Beide Symptome beeinflussen die Leistung negativ.