Christian Jocher

christian-jocherChristian Jocher, Jahrgang 1962, verheiratet, kam erst mit 16 Jahren zur Leichtathletik. Nach Wettkämpfen über die Mittelstrecke, Hindernis- und Crossläufen konzentrierte er sich mehr und mehr auf die Langdistanzen, was seine Teilnahme an ca. 80 Halbmarathons und über 50 Marathons untermauern. Seit einiger Zeit gilt seine Begeisterung auch den Höhenbergläufen und Bergmarathons. Christian konnte sein Hobby zum Beruf machen: er ist Inhaber des Sportgeschäftes Fit & Fun in Brixen mit Schwerpunkt Laufen und Fußball. Erfahrungen in der Laufstilanalyse, die Behandlung von Fußfehlstellungen und das Abhalten von Laufseminaren gehören zu seiner Ausbildung. Seit 2004 trainiert Christian die Herrenmannschaft der Sportgemeinschaft Eisacktal.

Jahr  Distanz Bestzeit
1994 5.000 m in Trient (ITA) 14:31
1992 10.000 m in Rovereto (ITA) 30:08
1994 3.000 m Hindernis in Trient (ITA) 9:20
1993 Halbmarathon in Gargnano (ITA) 1:04:07
1994 Marathon in Hamburg (GER) 2:17:13
2005 Jungfrau-Marathon in Interlaken (SUI) 3:22:00

 

Christian, Du /hast eine große jahrelange läuferische Erfahrung. Als Initiator des Brixen Dolomiten Marathons und Experte in Langstreckenbergläufen möchten wir von Dir wissen, wo die Unterschiede zwischen Stadt- und Bergmarathon liegen und was gilt es besonders zu beachten?
Beim Stadtmarathon ist es im Unterschied zu einem Bergmarathon verhältnismäßig einfach, sich eine Marschtabelle zurechtzulegen: Man hat Durchgangszeiten oder Pulsvorgaben, die man einzuhalten versucht. Läufe in alpinem Gelände erfordern hingegen ein ganz besonderes Körpergefühl, auf das es zu achten gilt: hier muss ich noch mehr in mich hineinhorchen, jeden noch so kleinen Hinweis wahrnehmen und mich danach orientieren, will ich das Ziel erhobenen Hauptes erreichen. Ob äußere Einwirkungen wie klimatische Bedingungen, andere Wettkampfteilnehmer, Verpflegung oder individuelle Sinnesempfindungen wie mein Herzschlag, meine Atmung, meine geistige Einstellung zum Wettkampf – der Bergmarathon fordert mich auf, ob ich will oder nicht, meine „kopflastigen“ Grenzen auszutesten und mein geistiges Know-how abzufragen. Vielleicht ist es gerade diese Herausforderung, nach der die Langstreckenläufer suchen, und weshalb die Bergmarathons immer mehr Teilnehmer aufweisen.