Eine Strecke, die durch ihre Einzigartigkeit besticht.
Mächtig erhebt sich der Brixner Dom in den Himmel. Er steht auf 560 m und reicht ... m in die Höhe. Dem Betrachter, der auf dem Platz vor diesem über tausendjährigen Bauwerk steht, entgeht dabei nicht das dahinter liegende Bergmassiv, die Plose. Sie erhebt sich fast genau 2000 m höher in den Himmel und thront im Frühjahr noch schneebedeckt über die bereits blühende Stadt Brixen.
Einmalig unter den Bergläufen
Der neue Bergmarathon Brixen Dolomiten, der eben von diesem Platz am Dom bis zum dahinterliegenden Plosegipfel führt, ist einmalig unter den Bergläufen. Wo sonst kann man am Start bereits zum Ziel blicken und nach 42,195 km und 1890 m höher angekommen, den Blick nicht nur über das herrliche Bergpanorama schweifen lassen, sondern auch tief ins Tal zurückblicken. Und unterwegs präsentieren sich dem Läufer und dem Zuschauer herrliche Ausblicke auf die gewaltigen Dolomiten, auf das auch im Sommer schneebedeckte Zentralalpenmassiv und auf das gen Süden gerichtete Rittner Horn. Die Strecke beeindruckt somit durch ihre Panorama-Vielfalt, aber auch durch spannendes Kräftespiel und ihren ausgeklügelten Verlauf.
Die Staffel, bestehend aus vier LäuferInnen, muß ähnlich viele Höhenmeter bewältigen. Die ersten LäuferInnen bewältigen 9,6 km und 502 Höhenmeter, die zweiten 7,9 km und 442 Höhenmeter. Die längste Strecke erwartet die dritte Staffel mit insgesamt 16 km und 546 Höhenmeter, während die Schlussstaffel noch 8,6 km in hochalpinem Gelände und 400 Höhenmeter bezwingen muss.
Die erste Etappe
Der Lauf beginnt in der Brixner Altstadt, er bietet den Läufern die Möglichkeit, sich in flachem Gelände über zwei Kilometer einzulaufen und führt dann über Köstlan, die Karlspromenade entlang (bereits auf weichen Waldwegen) leicht ansteigend nach Milland. Diese ersten Kilometer sind ideal um sich einzustimmen und auf die kommende Herausforderung vorzubereiten. Bei der Kirche Maria im Sand (650m) beginnt der erste nennenswerte Anstieg über fünf Kilometer durch Wald und Wiesen, vorbei am Riffnoler Hof (760) und weiter auf Wiesenwegen immer ansteigend bis nach Mellaun (862m).
In Mellaun wechseln die Läufer wieder auf die Asphaltstraße. Diese schlängelt sich von Untermellaun nach Obermellaun, am Schnagererhof (982m) vorbei, wieder in geringerer Steigung bis zur Landesstraße nach Afers. Nach deren Überquerung geht's auf Waldwegen weiter bis zur Talstation der Kabinenbahn Plose auf 1062m, wo die erste Staffel nach 502 Höhenmetern und 9,6 Kilometern an die Läuferkollegen übergibt. Die Einzelwettkämpfer hingegen erwarten weitere 1.430 Höhenmeter auf der nun noch 32, 5 km langen Strecke.
Die zweite Etappe
Ab der Talstation der Kabinenbahn beginnt der Lauf seine ersten Krallen zu zeigen. Die zweite Etappe verläuft fast ausschließlich durch Mittelgebirgswald und über Wiesen. Der gesamte Streckenabschnitt beträgt 442 Höhenmeter, fordert die Läufer abschnittsweise aber stärker heraus, da der Weg beim Hendlinger (1493m) zuerst in gleichmäßig geringem Anstieg und schließlich auf einer bewusst absteigend gewählten Strecke nach St. Georg (1504m) führt. Das Dorf Afers liegt 15 km von Brixen entfernt, das sind 20 Minuten mit dem Auto, etwas mehr für den geübten Radfahrer und voraussichtlich 1,20 – 1,30 Stunden für die besten Läufer! Allerdings laufen die Athleten nicht auf Asphaltstraßen, sondern nutzen immer wieder Forst- und Waldwege.
Die dritte Etappe
Bereits vor Jahren wurde die Strecke von St. Georg zur Schatzer Hütte wegen ihrer landschaftlichen Schönheit als Teilstrecke für einen Duathlon gewählt, der von Brixen zur Schatzer Hütte führte. Beim Brixen Dolomiten Marathon wollte man auf diese beeindruckende Bergkulisse keinesfalls verzichten. Ab km 23 nähert man sich dem Peitlerkofel, den gewaltigen Aferer und Villnösser Geislern. Auf asphaltiertem Untergrund und Wiesenwegen biegt die Strecke schließlich auf den Rodelweg (1630m) ein, um dann auf Waldwegen an der Peitlerknappenhütte (1970m) vorbei zur Schatzer Hütte (1984m) zu führen. Über den Dolomiten Panoramaweg, der bekannte Landschaftsbilder liefert, die zu den schönsten im gesamten Dolomitenraum zählen, geht der Lauf in eine leicht bergab führende Etappe. An der Waldgrenze entlang verläuft er über die Skihütte (1900m), hier fängt der Marathon erst richtig an. Der Anstieg über die 3,5 km lange Strecke nach Kreuztal (2050m) fordert manche Läufer sicher bis an ihre Grenzen. Es ist weniger die Länge der Flachpassagen, als vielmehr der Anstieg, der es in sich hat. Kurze steile Steigungen wechseln sich mit längeren, greifen beim Läufer aber bereits die Reserven an. Auch die Höhe könnte dem einen oder anderen bereits zu schaffen machen.
Die vierte Etappe
Auf 2050 Höhenmetern geht der Brixen Dolomiten Marathon bei Kreuztal in seine letzte Etappe, die ca. 400 m Höhenunterschied und 8,6 km Laufstrecke bereit hält. Kreuztal ist ein Dreh- und Angelpunkt des gesamten Marathons: Hier treffen die schaulustigen Zuschauer hautnah auf kämpferische Athleten. Hier findet die dritte Staffelübergabe statt, bevor die Strecke in hochalpines Gelände übergeht.
Der erste Abschnitt dieser letzten Etappe verläuft zunächst über den Brixner Höhenweg, der den Läufern allerdings kaum Zeit für die wunderbare Aussicht über den Brixner Talkessel und die Zentralalpen lassen dürfte. Er verlangt ein konzentriertes Laufen ab.
Zwar lädt die Ochsenalm zur Einkehr ein, doch müssen die Läufer dieser Verlockung widerstehen. Der Schlussanstieg über die Plosescharte zum Leonharder Kreuz und weiter zum Telegraph auf 2486m fällt dabei sicher in die Kategorie anspruchsvoll. 90% der Läufer dürften die letzten drei Kilometer nur noch gehend bewältigen. Der größere Krafteinsatz beim Laufen steht in keinem Verhältnis mehr zur schnelleren Bewältigung der Distanz.
Das Ziel
Mit dem Telegraph auf 2486m ist der höchste Punkt des Marathons erreicht. Jetzt folgen noch wenige Hundert Meter, um zur 38m tiefer gelegenen Plosehütte, dem Ziel zu gelangen. Die Hütte wurde bereits 1897 errichtet und bietet einen der grandiosesten Rundblicke auf die Bergwelt Südtirols: Ötztaler,- Zillertaler- und Stubaier Alpen, Ortler-, Brenta-, Adamellogruppe und die Berge des Weltnaturerbes Dolomiten präsentieren sich bei Sonnenschein von ihrer schönsten Seite.
Dieser einzigartige Marathon ist ein Geschenk der Natur an alle Athleten und Zuschauer.